"Wir beginnen die Spielzeit mit einem Tragödienklassiker, mit großer Weltliteratur", erzählt Intendantin Eva Lange, die das Programm in Biedenkopf zusammen mit Dramaturgin Christin Ihle vorstellt. Am Samstag, 19. Oktober, kommt das Shakespeare-Drama "Macbeth" auf die Bühne, und zwar in einer Inszenierung von Intendantin Carola Unser. Deren Arbeit kennt das Biedenkopfer Publikum schon vom Stück "Maria Stuart", das im vergangenen Jahr im Bürgerhaus zu sehen war.

Die vier Theaterstücke der Spielzeit 2019/20 beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Biedenkopf. Bereits um 19.15 Uhr soll es immer eine kurze Einführung in das Stück geben.

Auch die szenische Lesung soll um 19.30 Uhr beginnen; ob sie im Bürgerhaus oder an einem anderen Ort stattfindet, wird noch geklärt. Informationen zum Kartenvorverkauf und zum Abonnement folgen.

Im aktuellen Stück "Macbeth" geht es um einen Heerführer, der der Weisung dreier Hexen folgt und sich für den Königsthron zur Verfügung stellt. "Eine Spirale der Macht und Skrupellosigkeit beginnt", erklärt Christin Ihle. "Da kriegen Sie - glaube ich - etwas Bombastisches", stellt Intendantin Lange dem Publikum in Aussicht.
Wenige Wochen später steht dann die szenische Lesung "Das Tagebuch der Anne Frank" auf dem Programm. Das deutsch-jüdische Mädchen Anne Frank hatte sich über Jahre vor den Nazis verstecken können, fiel kurz vor Kriegsende aber dem nationalsozialistischen Holocaust zum Opfer. Sie starb im Konzentrationslager.
Die Lesung ihrer Tagebuchaufzeichnungen findet an einem historischen Datum statt: Am Samstag, 9. November - dem Jahrestag der Reichspogromnacht. "Wir sind der Meinung, dass es sehr wichtig ist, zu erinnern, zu gedenken und nicht zu vergessen", erklärte Intendantin Lange. Und: "Das Besondere ist, dass wir eine polnische Regisseurin für die Lesung gefunden haben und uns somit auch ein anderer Blick auf den Stoff eröffnet wird."
 
Mit der Tragikkomödie "Der Kirschgarten" von Anton Tschechov geht es am Samstag, 23. November, weiter. "Das wird sehr lustig und sehr tragisch und sehr traurig und sehr witzig", verspricht Lange. Im Stück, das in der Inszenierung von Schirin Khodadadian in Marburg schon Premiere hatte, geht es um einen alten Gutshof, zu dem ein wunderbarer Kirschgarten gehört. Die verarmten Besitzer stehen vor der Entscheidung, den Garten an einen Investor zu verkaufen, der die Bäume abholzen und Ferienwohnungen bauen will. "Im Stück gibt es die Bewahrer, die den Kirschgarten erhalten wollen. Und es gibt Leute, die verkaufen und etwas Neues anfangen wollen", sagte Intendantin Lange. In den Figuren werde sich das Publikum - je nach eigener Einstellung - wiederfinden. "Es ist ein Traumstück", sagt Lange. "Und es gibt ein traumhaftes Bühnenbild", ergänzt Ihle.
Mit Carl Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick" gibt es schließlich am 25. Januar einen Volstheaterabend Der Stoff ist bekannt - unter anderem aus dem Film mit Heinz Rühmann. Das Stück basiert auf der wahren Begebenheit des Hauptmann von Köpenick aus dem Jahr 1906 und verspottet den unkritischen Gehorsam gegenüber dem Militär. "Die Absurdität, die in dem bürokratischen Ordnungssystem steckt", sei bis heute ein spannendes Thema, sagt Ihle. Und Intendantin Lange kündigt einen "Abend zum Amüsieren, aber auch zum Nachdenken" an.
Mit dem Stück "Ab jetzt zusammen" - einer Komödie mit Musik - geht die Spielzeit am Samstag, 7. März, zu Ende. Es geht um eine Gruppe von Bergarbeitern, die in Streik treten. Unterstützung finden sie bei einer Gruppe von Schwulen und Lesben. "Ganz unterschiedliche Gruppen, die vermeintlich gar nicht zusammenpassen, merken auf einmal: Man kann sich unterstützen. Und dann entspinnen sich ganz schöne Geschichten", erzählt Lange. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit aus den 1990er Jahren in Großbritannien. "Sie werden die Figuren alle lieben", verspricht Lange. Und: "Es gibt auch noch schöne Musik".