Kabarettist Hagen Rether am Donnerstag, 22.3.2018 in Biedenkopf

Nach Hockenheim und vor Aschaffenburg und Baden-Baden kommt Hagen Rether, ein guter Bekannter des Kultur- und Veranstaltungsrings Biedenkopf, am Donnerstagabend, 22.3.2018, 20 Uhr ins Bürgerhaus.

Hagen Rether ist kein Kabarettist im eigentlichen Sinne. Er ist ein Aufklärer, wenn er entspannt im Sessel zurückgelehnt seine Sicht der Dinge charmant, humorvoll und eloquent erklärt. Hagen Rether bohrt den Finger tief in jede Wunde, die er finden kann, klärt auf, rüttelt wach, entlarvt und echauffiert sich. Er verschont nichts und niemanden. Hagen Rether hält uns gnadenlos den Spiegel vor.

Karten gibt es noch an der Abendkasse, die ab 19 Uhr  geöffnet ist.

 

Kabarettabend mit Hagen Rether


Der Kultur- und Veranstaltungsring Biedenkopf e.V. lädt zum Saisonabschluss zu einer Kabarettveranstaltung mit dem in Biedenkopf und der Region bestens bekannten Hagen Rether am Donnerstag, den 22. März 2018, 20 Uhr im Großen Saal des Parkhotels ganz herzlich ein. Es gibt noch Karten zum Preis von 25 € im Vorverkauf bei Kerstin Willershäuser (Holidy Land Reiseagentur Meridian, 35216 Biedenkopf,  Hospitalstraße 14, Tel. 06461 2031).

 

LIEBE

"Wir können die Welt nicht retten? Ja, wer denn sonst?" Es ist kein klassisches Kabarett, was Hagen Rether seinem Publikum serviert, sondern eher ein assoziatives Spiel, ein Mitdenkangebot. Der Kabarettist verweigert die Verengung komplexer Zusammenhänge und gesellschaftlicher wie politischer Absurditäten auf bloße Pointen. Auch das Schlachten von Sündenböcken und das satirische Verfeuern der üblichen medialen Strohmänner sind seine Sache nicht, denn die Verantwortung tragen schließlich nicht allein "die da oben".

In aller Ausführlichkeit verknüpft Rether Aktuelles mit Vergessenem, Nahes mit Fernem, stellt infrage, bestreitet, zweifelt. An zentralen Glaubenssätzen westlicher "Zivilisation" rüttelt er gründlich, sogenannte Sachzwänge gibt er als kollektive Fiktionen dem Gelächter preis. Mit überraschenden Vergleichen verführt er das Publikum zum Perspektivwechsel – zu einem anderen Blick auf die Welt, in die Zukunft, in den Spiegel, auch unbequemer Wahrheit ins Auge. Und er ruft dazu auf, dass wir uns von unserer vielfach instrumentalisierten Angst und Wut befreien.

Rethers LIEBE ist tragisch, komisch, schmerzhaft, ansteckend: Das ständig mutierende Programm mit dem immer gleichen Titel verursacht nachhaltige Unzufriedenheit mit einfachen Erklärungen und stiftet zum Selberdenken und -handeln an. Bis zu dreieinhalb Stunden plädiert der Kabarettist leidenschaftlich für Aufklärung und Mitgefühl, gegen Doppelmoral und konsumselige Wurstigkeit: Wandel ist möglich – wenn wir wollen.











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Der eingebildete Kranke
von Molière

Am 31. Januar 2018 führt das Landestheater Marburg Molières „Der eingebildete Kranke“ auf

Einladung des Kultur- und Veranstaltungsrings um 20 Uhr im Bürgerhaus von Biedenkopf auf, eine

„Charakterkomödie“.

Hier soll nun nicht auf den Inhalt des Stücks eingegangen, sondern knapp in die Epoche eingeführt

werden, der es angehört, welche Bedeutung es in seiner Zeit hatte, und warum es ggfs.

lohnenswert ist, es auch heute noch zu sehen.

1. Molière

In Paris brach am 17. Februar 1673 auf der Bühne während der Aufführung „Der eingebildete

Kranke“ der Hauptdarsteller zusammen und verstarb wenige Tage später an Tuberkulose. Der

50 Jahre alte Schauspieler war auch der Theaterdirektor und Autor des Stückes, Molière.

Molière entstammte dem reichen Bürgertum, hatte sich aber dem Berufswunsch seines Vaters

entzogen und dem Theaterwesen zugewandt, was für ihn zunächst gravierende finanzielle

Konsequenzen hatte. Zu seinem Glück aber fand der französische König Ludwig IVX. Gefallen an

den Komödien Molières. Komödien wurden damals als eher minderwertige literarische Produkte –

Pöbeleien, billige Witze - bewertet und von z.B. Wandertheatern aufgeführt. Mit der

Charakterkomödie stellte Molière dem Qualitätsprodukt Tragödie ein ernstzunehmendes an die

Seite. Ludwig IVX. holte ihn ins Palais Royal, der „ranghöchsten“ Spielstätte Frankreichs, und damit

war er beim Adel „in“ und hatte großen Erfolg.

2. Theater

Unter den Dramenformen Tragödie und Komödie galt nur die Tragödie als hinreichend niveauvoll,

um von den gebildeten Schichten und dem Adel akzeptiert zu werden. Protagonisten dieser Stücke

waren Könige, antike Helden, Heroen u.ä., also Repräsentanten der obersten Schichten. Wenn

ihnen etwas Negatives geschah, also z.B. Tod, eine verlorene Schlacht, dann war das tragisch,

Weinen u./o. Erschrecken die angemessene Reaktion des Publikums.

Wenn aber einem einfachen Menschen (Bauern) ein Unglück widerfuhr, dann war das komisch,

hier war Gelächter des Publikums angesagt. Die sogenannte soziale „Fallhöhe“ war für die

Zuordnung entscheidend. Das reich gewordene Bürgertum passte nicht in dieses Schema und hier

füllte die Charakterkomödie eine Lücke.

3. Das 17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert war das Jahrhundert Frankreichs. Unter Ludwig IVX. stieg Frankreich zur

Vormacht Europas auf. Die politische Macht zentralisierte er und unterwarf sich den Adel. Der

Absolutismus entstand: Die Vereinheitlichung fast aller Lebensbereiche, der Bau einer neuen

Residenz (Versailles), wo der Hochadel sich aufhalten musste, aber wo aber auch jeder einfache

Franzose das Recht hatte, die Palastanlage zu betreten und den König zu sehen. Er war der

Sonnenkönig, das Zentrum, wie die Sonne das Zentrum der Welt. Das Bürgertum wurde reich und

gewann an Einfluss.

Ein strenges Ritual regelte das Verhalten und die Beziehungen untereinander. Selbst das

Mätressenwesen des Hochadels wurde legitimiert und reglementiert.

Es war eine neue Zeit, das Zeitalter des Barock.

Dazu gehörte die Förderung von Kunst und Literatur. In Versailles traten Hochadelige als

Laienschauspieler auf. Corneille und Racine, Zeitgenossen Molières und mit ihm befreundet, waren

die bedeutendsten Tragödiendichter der Zeit. Sie wurden vom Adel unterstützt, aber auch vom

Bürgertum, das hier ein entsprechendes Angebot fand.

Theatrum mundi, die Welt als Theater, die Welt ein Theater, so benannte und empfand sich die

Epoche.

 

Sonntag, 12. November 2017, 20 Uhr

Bürgerhaus Biedenkopf

Vorverkauf: HOLIDAY LAND Reiseagentur Meridian, Hospitalstr. 14, Biedenkopf