DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK    

 

Samstag, 9. November 2019, 19.00 Uhr

Kath. Kirche St. Josef, Biedenkopf, Hainstraße 86

Eintritt: 5 Euro


Ein gewaltiges Stück zum Auftakt
Von Susan Abbe im HINTERLÄNDER ANZEIGER

Die Zusammenarbeit zwischen dem Kultur- und Veranstaltungsring Biedenkopf und dem Hessischen Landestheater Marburg geht in die nächste Runde. Zum Auftakt gibt es ein gewaltiges Stück.

Dank der Kooperation des Kultur- und Veranstaltungsrings mit dem Hessischen Landestheater Marburg kommt "Der Kirschgarten" nach Biedenkopf. Foto: Jan Bosch/HLTM

Dank der Kooperation des Kultur- und Veranstaltungsrings mit dem Hessischen Landestheater Marburg kommt "Der Kirschgarten" nach Biedenkopf. Foto: Jan Bosch/HLTM

BIEDENKOPF - Großes Drama, Tragisches, Komisches, Musik - das alles steht in der Spielzeit 2019/20 beim Kultur- und Veranstaltungsring Biedenkopf auf dem Programm. Zu sehen sind Inszenierungen des Hessischen Landestheaters Marburg. Intendantin Eva Lange verspricht zum Auftakt mit Shakespeares "Macbeth" gleich "ein großes, gewaltiges Stück".
Es ist die zweite Spielzeit, die der Biedenkopfer Kultur- und Veranstaltungsring mit dem Hessichen Landestheater bestreitet. Die Marburger bringen dabei eine Auswahl ihrer eigenen aktuellen Stücke im Biedenkopfer Bürgerhaus auf die Bühne. Vier ganz unterschiedliche Theaterstücke und eine szenische Lesung haben die Intendantinnen Eva Lange und Carola Unser zusammen mit dem Kultur- und Veranstaltungsring für 2019/20 für Biedenkopf ausgewählt.
"Wir beginnen die Spielzeit mit einem Tragödienklassiker, mit großer Weltliteratur", erzählt Intendantin Eva Lange, die das Programm in Biedenkopf zusammen mit Dramaturgin Christin Ihle vorstellt. Am Samstag, 19. Oktober, kommt das Shakespeare-Drama "Macbeth" auf die Bühne, und zwar in einer Inszenierung von Intendantin Carola Unser. Deren Arbeit kennt das Biedenkopfer Publikum schon vom Stück "Maria Stuart", das im vergangenen Jahr im Bürgerhaus zu sehen war.

Die vier Theaterstücke der Spielzeit 2019/20 beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Biedenkopf. Bereits um 19.15 Uhr soll es immer eine kurze Einführung in das Stück geben.

Auch die szenische Lesung soll um 19.00 Uhr beginnen; ob sie im Bürgerhaus oder an einem anderen Ort stattfindet, wird noch geklärt. Informationen zum Kartenvorverkauf und zum Abonnement folgen.

Im aktuellen Stück "Macbeth" geht es um einen Heerführer, der der Weisung dreier Hexen folgt und sich für den Königsthron zur Verfügung stellt. "Eine Spirale der Macht und Skrupellosigkeit beginnt", erklärt Christin Ihle. "Da kriegen Sie - glaube ich - etwas Bombastisches", stellt Intendantin Lange dem Publikum in Aussicht.
Wenige Wochen später steht dann die szenische Lesung "Das Tagebuch der Anne Frank" auf dem Programm. Das deutsch-jüdische Mädchen Anne Frank hatte sich über Jahre vor den Nazis verstecken können, fiel kurz vor Kriegsende aber dem nationalsozialistischen Holocaust zum Opfer. Sie starb im Konzentrationslager.
Die Lesung ihrer Tagebuchaufzeichnungen findet an einem historischen Datum statt: Am Samstag, 9. November - dem Jahrestag der Reichspogromnacht. "Wir sind der Meinung, dass es sehr wichtig ist, zu erinnern, zu gedenken und nicht zu vergessen", erklärte Intendantin Lange. Und: "Das Besondere ist, dass wir eine polnische Regisseurin für die Lesung gefunden haben und uns somit auch ein anderer Blick auf den Stoff eröffnet wird."
 
Mit der Tragikkomödie "Der Kirschgarten" von Anton Tschechov geht es am Samstag, 23. November, weiter. "Das wird sehr lustig und sehr tragisch und sehr traurig und sehr witzig", verspricht Lange. Im Stück, das in der Inszenierung von Schirin Khodadadian in Marburg schon Premiere hatte, geht es um einen alten Gutshof, zu dem ein wunderbarer Kirschgarten gehört. Die verarmten Besitzer stehen vor der Entscheidung, den Garten an einen Investor zu verkaufen, der die Bäume abholzen und Ferienwohnungen bauen will. "Im Stück gibt es die Bewahrer, die den Kirschgarten erhalten wollen. Und es gibt Leute, die verkaufen und etwas Neues anfangen wollen", sagte Intendantin Lange. In den Figuren werde sich das Publikum - je nach eigener Einstellung - wiederfinden. "Es ist ein Traumstück", sagt Lange. "Und es gibt ein traumhaftes Bühnenbild", ergänzt Ihle.
Mit Carl Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick" gibt es schließlich am 25. Januar einen Volstheaterabend Der Stoff ist bekannt - unter anderem aus dem Film mit Heinz Rühmann. Das Stück basiert auf der wahren Begebenheit des Hauptmann von Köpenick aus dem Jahr 1906 und verspottet den unkritischen Gehorsam gegenüber dem Militär. "Die Absurdität, die in dem bürokratischen Ordnungssystem steckt", sei bis heute ein spannendes Thema, sagt Ihle. Und Intendantin Lange kündigt einen "Abend zum Amüsieren, aber auch zum Nachdenken" an.
Mit dem Stück "Ab jetzt zusammen" - einer Komödie mit Musik - geht die Spielzeit am Samstag, 7. März, zu Ende. Es geht um eine Gruppe von Bergarbeitern, die in Streik treten. Unterstützung finden sie bei einer Gruppe von Schwulen und Lesben. "Ganz unterschiedliche Gruppen, die vermeintlich gar nicht zusammenpassen, merken auf einmal: Man kann sich unterstützen. Und dann entspinnen sich ganz schöne Geschichten", erzählt Lange. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit aus den 1990er Jahren in Großbritannien. "Sie werden die Figuren alle lieben", verspricht Lange. Und: "Es gibt auch noch schöne Musik".

CABARET von Joe Masteroff

Samstag, 2. März 2019, 20 Uhr Bürgerhaus Biedenkopf

Vorverkauf: HOLIDAY LAND Reiseagentur Meridian, Hospitalstr. 14, Biedenkopf

 

Berlin, 1929.  Die goldenen Zwanziger verpassen der Spreemetropole glamouröses Leben, wilde, progessive Beziehungsformen, glitzernde Biografien - eine pulsierende Stadt voller Weltoffenheit, Toleranz und Freiheit. Doch Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit verlangen ihren Tribut, Nazideutschland ist im Anmarsch. Ein Zeitenwechsel.

In diese Stadt kommt der junge amerikanische Schriftsteller Clifford Bredshaw und lernt im KitKat-Club die außergewöhnliche Nachtclubsängerin Sally Bowles kennen. Sie werden ein Paar. Doch ihre gemeinsame Zeit wird überschattet durch die zunehmend an Macht gewinnenden Nazis, die immer dreister das bunte Berlin braun streichen. Alles lange her und doch brandaktuell.

Ein Musiktheater für alle Menschen ab 14 Jahren, die Glitzer und Weltpolitik lieben, aufregende Choreographien , laszive Conférenciers und handfeste Hausverwalterinnen. Für alle, die Spaß haben al "ladies and gents, mesdames und messieur, leave your troubles outside!" und daran, dass dies gerade bei CABARET so charmant, genial, frivol, glamourös nicht gelingen kann, nicht gelingen will.

                                                      

 

Abos und Programmhefte

Die Abos sowie die Programmhefte für die neue Theatersaison können seit Montag, 13. August 2018, in der bekannten Vorverkaufsstelle abgeholt werden.

Dank an Kerstin Willershäuser, dass sie auch in dieser Saison den Vorverkauf übernommen hat.

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Das neue Programmheft 2018/2019 ist da!

Rechtzeitig zum Stadtfest liegt das neue Programmheft 2018/2019 vor. Es soll am Stand des Kultur- und Veranstaltungsrings Biedenkopf e.V. auf dem diesjährigen Stadtfest an interessierte Theater- und Kulturfreunde ausgegeben werden. Dazu stehen auch die Vorstandsmitglieder des Vereins Rede und Antwort.

Vier Veranstaltungen hat der KUVR geplant:

Samstag, 27.10.2018              Maria Stuart, Klassiker

Mittwoch, 12.12.2018             Ich bin dann mal weg, Komödie

Samstag, 26.1.2019                Die Verwandlung, Weltliteratur

Samstag, 2.3.2019                  Cabaret, Musiktheater

Alle Veranstaltungen finden um 20 Uhr im Bürgerhaus Biedenkopf statt.

       

Kabarettist Hagen Rether am Donnerstag, 22.3.2018 in Biedenkopf

Nach Hockenheim und vor Aschaffenburg und Baden-Baden kommt Hagen Rether, ein guter Bekannter des Kultur- und Veranstaltungsrings Biedenkopf, am Donnerstagabend, 22.3.2018, 20 Uhr ins Bürgerhaus.

Hagen Rether ist kein Kabarettist im eigentlichen Sinne. Er ist ein Aufklärer, wenn er entspannt im Sessel zurückgelehnt seine Sicht der Dinge charmant, humorvoll und eloquent erklärt. Hagen Rether bohrt den Finger tief in jede Wunde, die er finden kann, klärt auf, rüttelt wach, entlarvt und echauffiert sich. Er verschont nichts und niemanden. Hagen Rether hält uns gnadenlos den Spiegel vor.

Karten gibt es noch an der Abendkasse, die ab 19 Uhr  geöffnet ist.

 

Kabarettabend mit Hagen Rether


Der Kultur- und Veranstaltungsring Biedenkopf e.V. lädt zum Saisonabschluss zu einer Kabarettveranstaltung mit dem in Biedenkopf und der Region bestens bekannten Hagen Rether am Donnerstag, den 22. März 2018, 20 Uhr im Großen Saal des Parkhotels ganz herzlich ein. Es gibt noch Karten zum Preis von 25 € im Vorverkauf bei Kerstin Willershäuser (Holidy Land Reiseagentur Meridian, 35216 Biedenkopf,  Hospitalstraße 14, Tel. 06461 2031).

 

LIEBE

"Wir können die Welt nicht retten? Ja, wer denn sonst?" Es ist kein klassisches Kabarett, was Hagen Rether seinem Publikum serviert, sondern eher ein assoziatives Spiel, ein Mitdenkangebot. Der Kabarettist verweigert die Verengung komplexer Zusammenhänge und gesellschaftlicher wie politischer Absurditäten auf bloße Pointen. Auch das Schlachten von Sündenböcken und das satirische Verfeuern der üblichen medialen Strohmänner sind seine Sache nicht, denn die Verantwortung tragen schließlich nicht allein "die da oben".

In aller Ausführlichkeit verknüpft Rether Aktuelles mit Vergessenem, Nahes mit Fernem, stellt infrage, bestreitet, zweifelt. An zentralen Glaubenssätzen westlicher "Zivilisation" rüttelt er gründlich, sogenannte Sachzwänge gibt er als kollektive Fiktionen dem Gelächter preis. Mit überraschenden Vergleichen verführt er das Publikum zum Perspektivwechsel – zu einem anderen Blick auf die Welt, in die Zukunft, in den Spiegel, auch unbequemer Wahrheit ins Auge. Und er ruft dazu auf, dass wir uns von unserer vielfach instrumentalisierten Angst und Wut befreien.

Rethers LIEBE ist tragisch, komisch, schmerzhaft, ansteckend: Das ständig mutierende Programm mit dem immer gleichen Titel verursacht nachhaltige Unzufriedenheit mit einfachen Erklärungen und stiftet zum Selberdenken und -handeln an. Bis zu dreieinhalb Stunden plädiert der Kabarettist leidenschaftlich für Aufklärung und Mitgefühl, gegen Doppelmoral und konsumselige Wurstigkeit: Wandel ist möglich – wenn wir wollen.











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Sonntag, 12. November 2017, 20 Uhr

Bürgerhaus Biedenkopf

Vorverkauf: HOLIDAY LAND Reiseagentur Meridian, Hospitalstr. 14, Biedenkopf

 



Der eingebildete Kranke
von Molière

Am 31. Januar 2018 führt das Landestheater Marburg Molières „Der eingebildete Kranke“ auf

Einladung des Kultur- und Veranstaltungsrings um 20 Uhr im Bürgerhaus von Biedenkopf auf, eine

„Charakterkomödie“.

Hier soll nun nicht auf den Inhalt des Stücks eingegangen, sondern knapp in die Epoche eingeführt

werden, der es angehört, welche Bedeutung es in seiner Zeit hatte, und warum es ggfs.

lohnenswert ist, es auch heute noch zu sehen.

1. Molière

In Paris brach am 17. Februar 1673 auf der Bühne während der Aufführung „Der eingebildete

Kranke“ der Hauptdarsteller zusammen und verstarb wenige Tage später an Tuberkulose. Der

50 Jahre alte Schauspieler war auch der Theaterdirektor und Autor des Stückes, Molière.

Molière entstammte dem reichen Bürgertum, hatte sich aber dem Berufswunsch seines Vaters

entzogen und dem Theaterwesen zugewandt, was für ihn zunächst gravierende finanzielle

Konsequenzen hatte. Zu seinem Glück aber fand der französische König Ludwig IVX. Gefallen an

den Komödien Molières. Komödien wurden damals als eher minderwertige literarische Produkte –

Pöbeleien, billige Witze - bewertet und von z.B. Wandertheatern aufgeführt. Mit der

Charakterkomödie stellte Molière dem Qualitätsprodukt Tragödie ein ernstzunehmendes an die

Seite. Ludwig IVX. holte ihn ins Palais Royal, der „ranghöchsten“ Spielstätte Frankreichs, und damit

war er beim Adel „in“ und hatte großen Erfolg.

2. Theater

Unter den Dramenformen Tragödie und Komödie galt nur die Tragödie als hinreichend niveauvoll,

um von den gebildeten Schichten und dem Adel akzeptiert zu werden. Protagonisten dieser Stücke

waren Könige, antike Helden, Heroen u.ä., also Repräsentanten der obersten Schichten. Wenn

ihnen etwas Negatives geschah, also z.B. Tod, eine verlorene Schlacht, dann war das tragisch,

Weinen u./o. Erschrecken die angemessene Reaktion des Publikums.

Wenn aber einem einfachen Menschen (Bauern) ein Unglück widerfuhr, dann war das komisch,

hier war Gelächter des Publikums angesagt. Die sogenannte soziale „Fallhöhe“ war für die

Zuordnung entscheidend. Das reich gewordene Bürgertum passte nicht in dieses Schema und hier

füllte die Charakterkomödie eine Lücke.

3. Das 17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert war das Jahrhundert Frankreichs. Unter Ludwig IVX. stieg Frankreich zur

Vormacht Europas auf. Die politische Macht zentralisierte er und unterwarf sich den Adel. Der

Absolutismus entstand: Die Vereinheitlichung fast aller Lebensbereiche, der Bau einer neuen

Residenz (Versailles), wo der Hochadel sich aufhalten musste, aber wo aber auch jeder einfache

Franzose das Recht hatte, die Palastanlage zu betreten und den König zu sehen. Er war der

Sonnenkönig, das Zentrum, wie die Sonne das Zentrum der Welt. Das Bürgertum wurde reich und

gewann an Einfluss.

Ein strenges Ritual regelte das Verhalten und die Beziehungen untereinander. Selbst das

Mätressenwesen des Hochadels wurde legitimiert und reglementiert.

Es war eine neue Zeit, das Zeitalter des Barock.

Dazu gehörte die Förderung von Kunst und Literatur. In Versailles traten Hochadelige als

Laienschauspieler auf. Corneille und Racine, Zeitgenossen Molières und mit ihm befreundet, waren

die bedeutendsten Tragödiendichter der Zeit. Sie wurden vom Adel unterstützt, aber auch vom

Bürgertum, das hier ein entsprechendes Angebot fand.

Theatrum mundi, die Welt als Theater, die Welt ein Theater, so benannte und empfand sich die

Epoche.